Neben dem standardisierten
Lettris mit dem Grundwortschatz der Klassen 1-4 und dem Grundwortschatz
Englisch Klasse 5 gibt es auch die Therapeuten-Version Lettris-T.
Diese eignet sich
besonders für die Therapie von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche,
kann aber unter gegebenen Umständen auch während der Rehabilitation
cerebral geschädigter Kinder eingesetzt werden.
Mit Lettris-T hat
der Therapeut selbst die Möglichkeit, für jedes Kind eine individuelle
Lettris-Datei zu erstellen und das Programm auf die speziellen Bedürfnisse
abzustimmen:
Die Wortdatei kann je nach dem aktuellen Problemschwerpunkt eingegeben werden. So sind spezielle Trainings z .B. für die Unterscheidung von b-d, p-q oder ei-ie, aber auch für die Dopplung und Dehnung möglich.
Der Therapeut bestimmt
die Dauer des eingeblendeten Wortes, was für das jeweilige Lesetempo
von entscheidender Bedeutung ist. In seinem Ermessen liegt es auch, ob
das Wort zusätzlich im Sichtfenster permanent zu sehen ist oder nicht.
Außerdem entscheidet
er, ob die Buchstaben in der Reihenfolge des Wortes erscheinen oder zufällig
ausgewählt werden.
Vom Leistungsstand des Kindes ist es abhängig, zusätzliche Buchstaben auftauchen zu lassen, die nicht zum Wort gehören. Dies fordert und fördert die Entscheidungsbereitschaft des Kindes, das unter einer zeitlichen Vorgabe zu einem Ergebnis kommen muß. Diese zeitliche Vorgabe setzt der Therapeut, indem er die Falldauer der Buchstaben einstellt.
Die Anzahl der Levels und den jeweiligen Schwierigkeitsgrad bestimmt der Therapeut.
Nicht zu unterschätzen ist die Auswahl der Farben der Buchstaben, des Hintergrundes und der Mauer. Jedes Kind reagiert auf die gleiche Farbe unterschiedlich. Deshalb besteht die Möglichkeit, auf diesen äußeren Rahmen Einfluss zu nehmen.
Sehr wichtig und für den Lernerfolg günstig ist es, wenn das Kind eine so individuell erstellte Lettris-Datei mit nach Hause nehmen darf, damit es dort spielend trainieren kann. Dies ist machbar, da der Therapeut die Möglichkeit hat, diese Datei auf eine neue Diskette zu laden.
Ein besonderer Anreiz ist es, dem Kind eine bestimmte Punktzahl zum Ziel zu setzen, für die es, wenn es sie erreicht hat, eine kleine Belohnung erhält.
G. Rockenstein
Nach einer Analyse
der Rechtschreibproblematik des Schülers werden die einzelnen Levels
des Spiels zusammengestellt.
Dazu ein Beispiel:
Hat die Analyse ergeben, dass der Schüler die Buchstaben b und d verwechselt,
kann der Therapeut mehrere Levels mit Wörtern füllen, die beide
Buchstaben enthalten. Diese Wörter können von Hand eingegeben
werden, sie können aber auch als schon fertige Wörterdatei in
das Level geschrieben werden (in diesem Fall eignen sich die Wortdateien
B/b im Anlaut, b im Inlaut, d im Inlaut...). Insgesamt gibt es 68 vorgefertigte
und für spezielle Fehlergruppen angepasste Wortdateien, die beliebig
bearbeitet und ergänzt werden können. Daneben gibt es noch die
Grundwortschätze der Klassen 1 bis 4 und einen englischen Grundwortschatz.
Mit jüngeren Schülern können so auch Diktate vorbereitet
werden, indem die zu übenden Wörter in die Levels geschrieben
werden.
Bei älteren Schülern wird man in erster Linie Diktate auswerten und die am häufigsten aufgetretenen Fehlergruppen trainieren. Immer wieder falsch geschriebene Wörter werden dann mit Ihren Ableitungen in die einzelnen Levels geschrieben (z.B. Ehre, ehrenhaft, ehrlich, Ehrung, unehrlich).
Um einen schnelleren Erfolg unserer therapeutischen Maßnahmen zu erreichen, wird dann mit Lettris-T eine Trainingsdiskette (10 Trainingsdisketten für Hausaufgaben sind bei Lettris-T enthalten) für den Schüler erstellt, die er mit nach Hause nehmen kann. Als Ziel der Hausaufgabe bekommt er vom Therapeuten eine zu erreichende Punktzahl genannt. Wenn er diese dann bis zur nächsten Stunde erreicht hat, bekommt er eine kleine Belohnung. So verfahren wir auch in unseren Lettris Trainingskursen.
Unsere bisherigen
Erfahrungen sind sehr gut. Das Programmsystem Lettris-T ergänzt unsere
anderen therapeutischen Maßnahmen und wird von den Schülern
gern gespielt. Bei regelmäßigem Einsatz zeigen sich bald Erfolge
bei den Schülern.
Dr. M. Nitsche